Bei Akupunktur, einer Jahrtausende alten chinesischen alten Heilmethode, wird mit Nadeln die Haut gereizt, um den Fluss der Lebensenergie zu harmonisieren und auf das zentrale und vegetative Nervensystem einzuwirken.

1. Allgemeines und Geschichte


1.1 Allgemeines
Mit der Akupunktur können nicht nur Krankheiten geheilt, sondern auch der Entstehung von akuten und chronischen Leiden vorgebeugt werden. Der Mensch wird bei der chinesischen Akupunktur als Ganzes betrachtet.

1.2 Geschichte
Vor ca. 5000 bis 6000 Jahren wurde Akupunktur mit Steinnadeln, Bambussplitter oder Fischgräten angewandt. In der Zeit 200 Jahre vor bis 250 Jahre nach unserer Zeitrechnung wurden umfangreiche chinesische Schriften über Nadeln, Stichtechniken und Akupunkturpunkte gefertigt. Die meisten der heute verwendeten Stilrichtungen gehen darauf zurück. Im 17. Jahrhundert wurde über Akupunktur, bestehend aus den beiden Wörtern „acus“ (lateinisch: die Nadel) und „punctura“ (lat.: der Stich), erstmals in Europa berichtet. Eine weite Verbreitung fand sie aber erst seit den 60er Jahren und besonders verstärkt seit dem Ende des 20. Jahrhunderts. Im modernen China ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit Akupunktur neben der westlichen Medizin Bestandteil der Ausbildung an Universitäten.

2. Wirkweise der Akupunktur
Trotz intensiver Untersuchung von chinesischen und westlichen Wissenschaftlern konnte zwar die Wirksamkeit der Akupunktur gezeigt werden, ihre Art der Wirkung ist jedoch weiterhin nicht vollständig geklärt. Unter anderem besteht eine Wirkung auf die Spannung der Muskulatur, die Schmerzwahrnehmung und das autonome Nervensystem. Die chinesische Philosophie sieht in einer Krankheit die Störung des bioenergetischen Gleichgewichts, hervorgerufen durch äußere oder innere Einflüsse. Durch Akupunktur soll der Fluss der Energie, das Qi, wieder hergestellt werden.

4. Behandlungsablauf
Die Behandlung dauert je nach Erkrankung und Symptomen zwischen 20 und 30 Minuten. Bei akuten Beschwerden kann auch eine einzelne Behandlung ausreichend sein, bei chronischen Beschwerden sind in den meisten Fällen fünf bis zehn Behandlungen im wöchentlichen Abstand ausreichend. Abhängig von der Erkrankung kann mit der Akupunktur in vielen Fällen eine dauerhafte Beschwerdefreiheit erzielt werden.

5. Indikationen
Aufgrund des komplexen Systems und der unterschiedlichen Ansatzpunkte und Konzepte kann die Akupunktur bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen und Indikationen mit großem Erfolg angewandt werden. Zum Beispiel

• Akute / chronische Schmerzen, z.B.:
- Kopfschmerzen, - Rücken- und Gelenkschmerzen,
- Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz),
- Tumorschmerzen,
- Schmerzen des Kau- und Zahnsystems.
 
• Erkrankungen des Bewegungssystems, z.B.:
- Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule,
- Bandscheibenvorfall,
- Sehnen- und Gelenkerkrankungen,
- Tennisellenbogen,
- chronische Hüftgelenkschmerzen,
- Kniegelenkschmerzen,
- Karpaltunnel-Syndrom,
- Nachbehandlung von Hüft-, Knie- und Bandscheibenoperationen,
- Arthroseschmerzen.

• Neurologische Krankheiten, z.B.:
- Migräne, - Neuralgien,
- Facialisparese (Gesichtslähmung),
- Trigeminusneuralgie,
- Schmerzen bei Gürtelrose (Zoster).

• Vegetative Störungen, wie z.B.:
- Erschöpfungssyndrom,
- funktionelle Herzbeschwerden,
- Blutdruckschwankungen,

• Hautkrankheiten, wie z.B.:
- Neurodermitis, Ekzeme,
- Juckreiz

• Allergien, wie z.B.:
- Heuschnupfen,
- Nahrungsmittelallergien,
- allergisches Asthma,
- Sonnenallergie.

• Erkrankungen der Atemwege, wie z.B.:
- Asthma,
- Heuschnupfen,

• Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenkrankheiten, wie z.B.:
- Sinusitis (Nasennebenhöhlen-Entzündung),
- Geruchs- und Geschmacksstörungen,
- Schwindel,

• Erkrankungen des Verdauungssystems, wie z.B.:
- funktionelle Magen-Darm-Störungen,
- Verstopfung,
- Reizdarmsyndrom,


6. weitere Informationen

6.1 Verhalten vor und nach der Akupunktur
Sie sollten sich für die Behandlung genügend Zeit nehmen. Der Heilungsprozess wird in einem Zustand der Ruhe besser stattfinden können. Kurz davor und danach sollten Sie große körperliche Anstrengung meiden.

6.2 Kombination mit anderen Heilmitteln
Die Akupunktur kann jederzeit mit verschiedenen Behandlungsmethoden der Schulmedizin, der Chiropraktik oder/und auch der Osteopathie kombiniert werden. Wichtig ist hierbei die Ausgewogenheit. Bitte setzen Sie niemals schon ärztlich verordnete Medikamente ohne Rücksprache ab. Wichtig ist ein sinnvolles Miteinander. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie Medikamente nehmen oder in anderer alternativer Behandlung stehen.

6.3 Die Nadeln
Wir verwenden ausschließlich Einmalnadeln. Die Stichtiefe beträgt ca. 2 – 10 mm, je nach Akupunkturpunkt, Beschwerden und vor allem je nach Ihrem Allgemeinbefinden.

6.4 Nebenwirkungen und Risiken
Es sind nur wenige Nebenwirkungen bekannt, es kann unter der Behandlung und auch einigen Stunden nach der Therapie zu Müdigkeit kommen. Die anfänglichen Beschwerden können sich für kurze Zeit verstärken (Erstverschlechterung). Beides kann als Folge der angestrebten energetischen Prozesse auftreten. Es kann auch ein „muskelkaterähnliches „ Gefühl auftreten. Diese Nebenwirkungen sind aber harmlos. Die Einmalnadeln sind steril verpackt und die Übertragung infektiöser Krankheiten so ausgeschlossen.

 

7. Akupunktur: Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Akupunkturbehandlung nur für die Indikationen chronisch degeneratives LWS-Syndrom und chronisch degenerative Kniegelenkserkrankungen. Da diese Einschränkungen aus meiner Sicht so nicht sinnvoll sind, nehme ich an der kassenärztlichen Versorgung bei Akupunkturbehandlungen nicht teil. Die entstehenden Kosten werden entsprechend der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) in Rechnung gestellt.
Online-Anfrage