Die Chirotherapie, auch Manuelle Medizin genannt, befasst sich im Rahmen der diagnostischen und therapeutischen Verfahren mit reversiblen (wieder rückgängigzumachende) Funktionsstörungen am Haltungs- und Bewegungsapparat.
 

1. Geschichte und Herkunft der Chirotherapie

Die Chirotherapie wurde in den letzten Jahrzehnten von ärztlichen und physiotherapeutischen Spezialisten weiterentwickelt, wissenschaftlich verankert und hat sich bis heute millionenfach bewährt. Für die Chirotherapie benutzt der Therapeut für Diagnose und Therapie ausschließlich die Hände, um reversible Funktionsstörungen zu entdecken und auch zur Behandlung. Typische Funktionsstörungen sind:
 
 
• Schmerzen und Bewegungseinschränkungen an der Wirbelsäule und den Extremitäten
• Taubheits- und Kribbelgefühle im Bereich der Halswirbelsäule, der Extremitäten, Kopf- und Nackenschmerzen
• Schwindel, Seh- und Hörstörungen
• Ohrgeräusche
• Schluck- und Stimmstörungen
• Halsschmerzen
• Fremdkörper-, Kloß- und Engegefühle im Hals
• Schweißausbrüche
• und Schlafstörungen.

 

2. Chirodiagnostik

Der Chirotherapie geht stets die Chirodiagnostik voraus, um die genaue Lokalisation, die Art und das Ausmaß der Funktionsstörungen erkennen zu können.
Zur Diagnostik gehören:

 
• Anamneseerhebung
• eine allgemeine und gezielte manualmedizinische Untersuchung zur Klärung ob die manualmedizinische Behandlung eingesetzt werden kann und zum Ausschluss von Kontraindikationen (z.B. frische Bandscheibenvorfälle, frische Wirbelkörperbrüche)

• bei Bedarf werden in Abhängigkeit vom Krankheitsbild bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Computertomografie benötigt.

Während der manuellen Untersuchung wird Ihnen der Untersuchungsgang erklärt und das Ergebnis mitgeteilt.

Der Arzt entscheidet, ob er eine der oben genannten manuellen Behandlungstechniken (Chirotherapie) einsetzt oder er schlägt Ihnen ein anderes Verfahren vor.

3. Techniken der Chirotherapie

Folgende Techniken werden in der Manuellen Medizin zur Milderung oder Beseitigung der Beschwerden angewandt:

Weichteiltechniken
Mobilisation
Manipulation
Neuromuskuläre Therapien (NMT) und stabilisierende neuromuskuläre Therapien
Muskel-Energie-Techniken

4. Chirotherapie: Risiken

Bei der chirotherapeutischen Behandlung an den Extremitäten sind derzeit keine spezifischen und typischen Risiken bekannt, die einer Risikoaufklärung bedürften. Bei der chirotherapeutischen Behandlung an der Wirbelsäule gibt es extrem seltene, für die Behandlungsmethode spezifische, typische Risiken, die auch bei größter ärztlicher Sorgfalt nicht restlos beherrschbar sind.
Als unangenehme, aber harmlose Behandlungsfolgen können vorübergehend auftreten: Muskelkaterähnliche Schmerzen im Nacken und Schulterbereich, gelegentlich leichte Beschwerden in den behandelten Wirbelgelenken und in der Haut, selten auch vorübergehender leichter Schwindel und Kreislaufsymptome.

Schwerwiegende Komplikationen sind extrem selten. Aus rechtlichen Gründen muss auf Gefährdung der Arteria vertebralis (einer dem Gehirn zuführenden Arterie) hingewiesen werden. Falls eine unbekannte vorbestehende Dissektion (Einriss der Gefäßwand) besteht, könnte Verschlimmerung vorkommen. Auch ein unbekannter stummer Bandscheibenvorfall (Discusprolaps) soll chirotherapeutisch verschlimmert werden können. Allerdings kann auch eine Alltagsbewegung wie Niesen diesen vorbestehenden und bisher nicht bekannten Prolaps auslösen. Wir raten zu der chirotherapeutischen Behandlung nur, wenn der zu erwartende Heilerfolg die extrem seltenen Risiken (ca. 1:4.000.000) deutlich überwiegt.


 
Online-Anfrage